Sie starben alle so leise. die wir so liebten…

Wer hat den letzten Spatz gesehen???????
Warum sind Spatzen gefährdet?
Der Spatz ernährt sich vor allem von Sämereien und Getreide, wie Weizen, Hafer und Gerste. Auch Brotkrumen, Knospen, Sonnenblumenkerne und Früchte verschmäht er nicht. Fand er früher z..B. bei Freilandhühnern oder Kaninchen immer etwas zu fressen, fehlen heute einfach viele ländliche Kleintierhaltungen. Heute leben Hühner in Legebatterien und Hasen fristen ein einsames Dasein in Drahtkäfigen. Bei uns ist z.B. im Hasen-Offenstallgehege immer mächtig was los, wenn sich eine Truppe Spatzen um die Körner der Hasen streitet. Auch werden die Erntemaschinen immer effizienter, und so verbleiben immer weniger Körner auf den Feldern zurück, die den Spatzen als Nahrung dienen.
Im Frühjahr und Sommer braucht der Spatz vor allem Insekten, um seine Brut erfolgreich aufzuziehen. Und auch hier liegt ein Problem. Bei der momentanen Mückenplage mag es einem nicht so vorkommen, aber der Bestand und die Artenvielfalt der Insekten geht ständig zurück. Felder und auch Parkanlagen werden mit Pestiziden besprüht. Im heimischen Garten werden Blattläuse und co. radikal ausgemerzt, bzw. finden sich immer mehr artenarme Gärten, um auch Insekten einen Lebensraum zu schaffen. Schaut man sich die Autofronten an, findet man beiweitem nicht mehr so viele tote Insekten, wie es früher einmal waren. Ein Zeichen dafür, dass alle Vergiftungsmaßnahmen fruchten.
Ein weiteres Problem sind die immer weniger werdenden Nistmöglichkeiten vor allem in der Stadt. Zwar ist der Hausspatz ja sehr erfindungsreich, dennoch werden aufgrund Sanierungsmaßnahmen immer mehr Nischen geschlossen und die Tierchen finden einfach nicht genug Ersatz. Eine Ausnahme bildet wohl Berlin: Hier liegt man mit den Sanierungsmaßnahmen von Gebäuden noch ziemlich hintendran, so dass die Spatzen noch genügend von den Dächern pfeifen können.
Wie kann den Spatzen geholfen werden?
Um auf die Probleme der Spatzen aufmerksam zu machen und aufzuzeigen, wie jeder einzelne den kleinen Vögeln hilfreich unter die Arme zu greifen, hat die Deutsche Wildtier Stiftung eine Seite mit vielen Informationen geschaffen. Zusammengefasst kann man folgendes Unternehmen:
* jeder mit Garten kann diesen mit heimischen Pflanzen naturnah gestalten
* Sandbäder und Vogeltränken anbieten
*Nistplätze schaffen oder erhalten, z.B. bewusst Nischen bei Sanierungsarbeiten beibehalten oder Spatzenhäuser aufhängen (sog. Spatzenreihenhäuser können entweder gekauft (z.B. bei der Spatzenhilfe) oder selbst hergestellt werden)
*artgerecht zufüttern (5-Punkte Check für die Vogelfütterung beachten)
Um schon die kleinsten an die Spatzen heranzuführen, wurde von der Deutschen Wildtierstiftung das Projekt ” Rettet den Spatz” geschaffen. Hier steht die Janosch Spatzenkiste für Kindergarten und Schulkinder zur Verfügung. Diese kann für 6 Wochen ausgeliehen werden und enthält Ideen für Unterrichtsaktionen, Spiele und Kopiervorlagen rund um Spatz & Co. (Kosten 25 Euro + 15 Euro Rückversand)
Auf dass der Spatz nie mehr auf der roten Liste erscheint!
Übrigens, der Spatz ist ein sog. Wintervogel. Er bleibt also das ganze Jahr standorttreu.
Simone Otte

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