Kampf um Kultur in Pankow – Colosseum – UnserKINO eG (i.G.)

Seit der Schließung des Traditionskinos Colosseum in Pankow ist unklar, wie es damit weitergeht. Doch die ehemaligen Miarbeiter:innen von RettetdasColosseum e.G. (i.G.) geben nicht auf – haben eine Betreiber-Genossenschaft (Colosseum – UnserKINO eG (i.G.) gegründet, die die Lösung sein könnte um einen Kulturstandort im Herzen des Kiezes zu erhalten.

„Werden Sie alle Kinorebellen!“, ertönt es am Dienstagmorgen durch ein Mikrofon vor dem Gebäude des Colosseums in Prenzlauer Berg. Im Hintergrund erscheint die gräuliche Fassade des Gebäudes. Das Kino ist historisch, sogar denkmalgeschützt. Aber die Fensterscheiben sind trüb und die Filmplakate längst abgehängt.

1924 wurde das Traditionskino eröffnet, hat einen Weltkrieg und die DDR überlebt und diente in Letzterer sogar als Premierenkino. Doch die Coronapandemie ist ihm endgültig zum Verhängnis geworden: Am 14. März 2020 – als ein ganzes Land in den Lockdown ging – musste auch das Colosseum seine Pforten schließen. Und wurde seitdem nicht mehr wiedereröffnet.

Es sind Kino- und Kulturliebhabende mit einer Vision für einen Begegnungsort für Alle im Prenzlauer Berg. Mit einem Konzept, dass sich sehen lassen kann von Kino, Umstrukturierung Foyer – mehr Sitz- und Erholungsmöglichkeiten, Stammtischen, Live-Musik, Kabarett und vielem mehr soll das Kino für die Gäste und nicht fürs Geschäft bei funktionierender Wirtschaftslage für einen Begegnungsortes für Jung und Alt. Berlin verliert immer mehr dieser Nischen, der Orte, die ein Zuhause sind.

Am Dienstag, den 21.9.21 wurde durch die Gründer:innen der Genossenschaft in einer Pressekonferenz das Konzept und die Motivation vorgestellt:

“Die Genossenschaft Colosseum – UnserKINO eG (i.G.) hat das Ziel, das Kino Colosseum in der Schönhauser Allee 123/ Gleimstraße 32-35 zu betreiben und wieder zum Leben zu erwecken. Wir wollen erneut Filme in den Kinosälen zeigen und wehren uns gegen die Umwandlung des historisch bedeutenden Kinos in einen Bürokomplex. Auch abseits des Filmtheaters werden Kulturveranstaltungen gefördert. Mindestens zwei Säle stehen künftig zur Verfügung für Kreativwerkstätten, Theater, Musik, Lesungen, Bürger*innentreffen sowie Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Familien. Das Foyer soll mehr als je zuvor geöffnet werden: Neben Live-Musik und Ausstellungen werden zum Beispiel auch Kabarettveranstaltungen und ein neu überarbeitetes Gastronomiekonzept die Besucher*innen anregen, hier ihren Abend zu verbringen.”

Pressekonerenz @MieterTV p2P

Das Kino Colosseum als Kulturort zu Erhalten, ohne einen weiteren Bürokomplex in Berlin zu haben ist nur möglich, wenn genügend Mitglieder und Kapital da ist um das Kino wieder zum Leben erwecken. Mit einer starken Genossenschaft und einem facettenreichen Konzept wird versucht die Stadt Berlin dazu zu bewegen, das Gebäude zu erwerben und die Genossenschaft als Betreibende einzusetzen. Und selbst wenn der Verkauf an den privaten Investor geht, will die Genossenschaft Druck ausüben, dort wieder Kultur stattfinden zu lassen.

Hier zum Konzept: “Es geht nicht darum, ob das, was auf der Leinwand geschieht, echt ist. Es geht darum, was man fühlt, wenn man im Kino sitzt. Die
Gefühle, die sind echt!” von Dennis Mojen in Traumfabrik

Jede/r kann Mitglied werden!!!

Die MIETERPARTEI, solidarisiert sich weiterhin mit den Aktivist:innen und Genoss:innen um den Kulturstandort als Teil des Zuhauses von Berliner:innen zu erhalten!!!

Beitrag in der Abendschau

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