Erfolgreiche Petition – Klaus Dörr zieht Konsequenzen aus der #MeToo Affäre an der Berliner Volksbühne

Erst heute morgen hat unser Mitglied, Nicole Lindner, in Zusammenarbeit mit vielen Unterstützer*innen die Petition #MeToo an der Berliner Volksbühne. Rücktrittsforderung & Solidarität online gestellt. Der Vorab-Online-Artikel in der TAZ vom Freitag, den 12.03.2021 und den ausführliche TAZ-Artikel vom Samstag, den 13.03.2021 hat wieder einmal bewiesen, das Machtmissbrauch, sexuelle Übergriffe, Mobbing und Altersdiskriminierung systemisch sind und zwingend beendet und vor allem an die Öffentlichkeit gebracht gehören.

Unsere Arbeitsgemeinschaft Kunst und Kultur hat neben vielen Gruppen und vor allem vielen Einzelunterstützer*innen den Berliner Kultursenat in der Pflicht gesehen, der Beschwerde und Erfahrungen der betroffenen Frauen ernst zu nehmen um die sofortige Entlassung Klaus Dörrs oder seinen Rücktritt zu fordern.

Nach dem erfolgreichen Start der Petition und den ersten Artikeln in diversen Printmedien ging es nun doch erstaunlich schnell. Wie die Berliner Morgenpost 15:09 Uhr schrieb, hat der Intendant der Volksbühne Berlin, Klaus Dörr, hat am Montagmittag erklärt, seinen Posten aufzugeben. Für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe übernehme er die “komplette Verantwortung” und gebe sein Amt im Einvernehmen mit der Senatskulturverwaltung auf. Er stehe noch zu Übergabe nicht abgeschlossener Projekte und Prozesse zur Verfügung und werde seine Tätigkeit zum 16. März beenden.

Wir hoffen, dass Frauen und auch Männer, die an Machtmissbrauch, Übergriffen, Mobbing leiden, mutig sind und sich Hilfe suchen. Gemeinsam kann man etwas bewirken.

Denn auch an der Ballettschule Berlin gab es Vorwürfe gegen Ausbilder. Beklagt wurden unter anderem Günstlingswirtschaft, Machtmissbrauch, sexuelle Übergriffigkeit und eine Überlast an Auftritten selbst im Krankheitsfall. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hatte  sich “aufgrund der im Raum stehenden Vorwürfe” entschieden, den Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik (SBB) und den künstlerische Leiter des angeschlossenen Landesjugendballetts vorübergehend vom Dienst freizustellen.

Auch der aktuelle Fall des Chefredakteurs der Bild-Zeitung, Julian Reichelt, welcher nach Nötigung- und Mobbingvorwürfen vorerst freigestellt ist, zeigen, dass die Historie von Machtmissbrauch noch lange nicht überwunden ist und es immer wieder den Mut der Betroffenen erfordert, solche Machtverhältnisse an die Öffentlichkeit zu bringen um dieses System überwinden zu können.

Wir unterstützen und solidarisieren uns mit allen von sexualisierter Gewalt, Mobbing, Hass, Sexismus und von Diskriminierung  betroffenen Personen und fordern Transparenz, Aufklärung und Konsequenzen.

Klaus Lederer wurde 2018 beiläufig vor den Intendanten gewarnt & es schien ihn nichts Greifbares zu sein…. Nun fanden 10 Frauen endlich den Mut ihr Schweigen zu brechen & schilderten ihre Sorgen.

#Volksbühne #KlausDörr #MeToo

Quelle: Ausschnitt zitiert aus Berliner Abendschau vom 15.03.2021

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