Wenn das Grün aus den Städten verschwindet

Menschen leben zunehmend dicht an dicht, Natur und offener Raum weichen einer enger werdenden Stadt. Lebenswert ist diese nicht unbedingt.

In unseren Städten wird wieder gebaut und gebaut, wie in der Gründerzeit am Ende des 19. Jahrhunderts. Mit Blockrandbebauung und Innenhöfen, in denen Grün und Natur höchstens eine dekorative Rolle spielen. Dieser Bauboom ersetzt nicht nur die hastig hochgezogenen Gebäude der Fünfzigerjahre; gebaut wird vor allem dort, wo früher aus gutem Grund nicht gebaut wurde, weil das städtebauliche Leitbild der gegliederten und aufgelockerten Stadt viel Grün und offenen Raum vorsah. Anstatt die Stadt lebenswerter zu machen und die Wohnqualität durch eine Weiterentwicklung der freien Flächen in Grünräume zu verbessern, wird heute überall in den zentrumsnahen Wohnvierteln wie Berlin-Friedrichshain oder München-Laim verdichtet. Das Grün wird dabei dramatisch reduziert – auf Umrandungen für Parkplätze, dominiert von Kirschlorbeer oder Baumarkt-Gehölz.

Was die Stadt aber braucht, das ist Platz. Platz, der intelligent genutzt wird und dem Mensch ein Zuhause sein kann. So knapp und so teuer er auch sein mag. Im Zuge des Bauwahns aber fallen die letzten alten Bäume der Verkehrssicherung oder Tiefgaragen zum Opfer, und wenn sich doch mal eine Pflanze traut, höher als zehn Zentimeter zu wachsen, so wird sie mit Mulchern des Bauhofs zurechtgewiesen. Wie kann es sein, dass Politik, Stadtplanung, Bauherren und Grünordnungsamt gerade bundesweit das Stadtgrün vernichten, wo doch eine grüne Infrastruktur aus Parks, Biotopen und Freiflächen weltweit als Merkmal einer zukunftsfähigen und lebenswerten Stadt ausgerufen wird?

 

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